Personalabteilungen googlen

Personalabteilungen googlen ihre Bewerber. Diese Tatsache ist eigentlich nichts Neues. Die “Human Resources”, so nennt man Personalabteilungen heute, erfahren so in welchem Verein der Bewerber aktiv ist, welcher Partei er angehört oder welche sonstigen Neigungen er hat. Kurzum man findet sehr viel Unwichtiges und Wichtiges über Menschen weil die Eltern damals, d.h. heute sehr eifrige Tipper waren.
Ein Hersteller für Babynahrung macht es möglich, im milupa-webchen finden sich Schilderungen und Protokolle über Kinder, wie sie die Stasi nicht hätte besser erstellen können. Auch für die Damenwelt gibt es unzählige detaillierte Erfahrungsberichte über Schwangerschaft, Hochzeit, Geburt und Erziehung. 
Wir jammern über SMS-Abzocker und 0900-Anrufer und fragen uns woher die Abzocker unsere Nummer haben. Jeder sollte sich selbst fragen in welchem WEB2.0-Projekt er seine Telefonnummer im Profil anggeben hat, in der Hoffnung den großen Geschäftskontakt zu bekommen um die erste Million zu verdienen.
Die Daten von einem Menschen sind schon heute für jedermann zugänglich. Deshalb müßen wir auch nicht auf den Bundestrojaner schimpfen, wir sind der Trojaner selbst, weil wir über unser kleines mikriges Leben aufmerksam machen wollen. Diesen Trieb hat wohl jeder Mensch mehr oder weniger in sich.
Selbst in der virtuellen Damenwelt gibt es unzählige detaillierte Erfahrungsberichte über Schwangerschaft, Hochzeit, Geburt und Erziehung. Jede Frau hat die größten Geburtsschmerzen und nur bei ihr war es so schlimm. Wie wurden Kinder früher geboren? Männer haben ihre Frauen vor dem Krankenhaus abgesetzt und nach der Geburt wieder abgeholt. Erfahrungsbericht? Fehlanzeige.
Viel Spaß bei der Bewerbung, und sei dir sicher, dein Chef weiß genau, wie lang du durch das Becken deiner Mutter gebraucht, wann du Laufen gelernt und das erste Mal ins Töpfchen gepieselt hast. 

Aktion wir brauchen keinen Bundestrojaner, wir spionieren uns selber aus! Personalabteilungen googeln!

2 Kommentare

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  1. Da kann ich dir aber nur teilweise recht geben. Wer genau wie lange durch den Geburtskanal gebraucht hat, das wird wohl kaum eine Mutter sooo genau preisgeben, und ob die Daten bei der ersten Bewerbung, also gut 20 Jahre später noch aufzufinden sind oder die Seiten dann nicht schon längst gestorben sind, das steht auch in den Sternen. Was die Eltern machen, darauf hat man keinen Einfluss sicher, aber man kann ja selbst schon mal nach sich googeln und so herausfinden, welche Storys über einen selbst so in Umlauf sind. Will man was löschen lassen, kann man das ebenfalls noch vor der Bewerbung tun und die entsprechenden Betreiber anschreiben. Das sollte heute ebenso wenig ein Problem darstellen.

    Allerdings sollte man die Leute auch wirklich dazu aufrufen, etwas vorsichtiger mit ihren Daten umzugehen. Dass die Firmen ihre Daten öffentlich ins Netz stellen sehe ich noch ein, aber warum muss meine Privatnummer irgendwo erscheinen?!

  2. Es gibt auf EU-Ebene bereits Arbeitsgruppen, die sich mit einer befristeten Verfügbarkeit von persönlichen Daten im Internet befassen – wird siche spannend was da in den nächsten Jahren aus dem Bereich Datenschutz in Richtung Internet gemacht wird – wird Facebook & Co sicher nicht freuen… aber da wird was kommen, wie wirkungsvoll das dann ist wird man sehen.

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